Leder ist kein starres Material. Es atmet, es entwickelt sich, es bekommt Patina. Ob es nun einen Clubsessel, einen Stuhl mit klaren Linien oder ein großzügiges Sofa kleidet ? vollnarbiges Leder, insbesondere Anilinleder, verdient Aufmerksamkeit und Pflege. Nicht aus Laune, sondern um seine Schönheit, Geschmeidigkeit und Tiefe voll zur Geltung zu bringen.
Bei pib wählen wir hochwertige Leder aus, wegen ihres natürlichen Griffs und ihrer Langlebigkeit. Diese Leder werden von Hand verarbeitet, ohne jeglichen Maschineneinsatz. Sie stammen aus Argentinien oder Brasilien und gehören zu den besten 5 % der weltweiten Produktion.
Dieser Artikel begleitet Sie bei der Pflege Ihrer Ledermöbel: damit sie halten, leben und Ihnen eine Geschichte erzählen.

Almond Sofa-Leder
Die Natur des Leders verstehen
Bevor man über Tücher oder Cremes spricht, ist es wichtig zu verstehen, was man pflegt. Nicht alle Leder sind gleich ? weder im Aussehen noch im Verhalten.
Vollnarbiges Anilinleder ist das edelste: es behält die natürlichen Unregelmäßigkeiten der Haut, mit subtilen Farbtönen und einem besonders reichen Griff. Es atmet, nimmt auf und verändert sich mit der Zeit. Es ist ein lebendiges Material, ungefiltert, das seine Geschichte erzählt.
Semi-Anilinleder erhält eine leichte Schutzschicht: im Alltag toleranter, bleibt es dennoch dem Geist des Naturleders treu.
Pigmentiertes oder korrigiertes Leder ist stärker behandelt, verliert jedoch an Nuancen und Geschmeidigkeit. Spaltleder ist eine günstigere Alternative, allerdings auf Kosten von Haptik und Patina.
Ihr Leder zu kennen bedeutet, besser für es zu sorgen. Und ihm zu ermöglichen, die Jahre mit Eleganz zu überstehen.

Red Baron Sofa-Leder
Die kleinen Feinde des Leders
Leder fürchtet nicht das Leben, sondern die Extreme.
Direktes Licht verändert vor allem die Farbtöne und trocknet das Material aus. Leder, das zu viel Sonne ausgesetzt ist, verliert nach und nach an Tiefe und Geschmeidigkeit. Ebenso kann übermäßige Hitze oder ein zu naher Heizkörper es spröde machen.
Stauende Feuchtigkeit hingegen begünstigt Schimmelbildung. Die Luft muss zirkulieren, jedoch ohne Übermaß. Ein gut belüfteter, temperierter Raum ist der natürliche Verbündete des Leders.
Herkömmliche Reinigungsmittel ? Tücher, starke Seifen, Fettlöser ? sind zu vermeiden. Sie greifen die Oberfläche an, verändern die Farbe und trocknen sie aus.
Auch alltägliche Handlungen haben Einfluss: wiederholte Reibung, Kontakt mit dunklen Stoffen (vor allem rohem Denim), Haustiere... all dies hinterlässt Spuren im Material.
Die tägliche Pflege
Leder verlangt wenig, aber regelmäßig. Ziel ist es nicht, es glänzen zu lassen, sondern es richtig zu bewahren.
Für vollnarbiges Anilin- oder Semi-Anilinleder empfiehlt es sich, die Oberfläche einmal pro Woche vorsichtig mit einem weichen, trockenen Tuch (z. B. Mikrofaser) abzustauben. So wird die Ansammlung von Partikeln verhindert, die das Material im Laufe der Zeit schädigen können.
Für pigmentiertes oder korrigiertes Leder kann gelegentlich ein leicht feuchtes Tuch verwendet werden, da die Oberfläche stärker geschützt ist. Dennoch ist Zurückhaltung geboten, um vorzeitige Abnutzung zu vermeiden.
In jedem Fall sorgen Sie für gute Belüftung, vermeiden Sie längere direkte Sonneneinstrahlung und schränken Sie den Kontakt mit scheuernden oder färbenden Stoffen ein. Es sind die diskreten Gesten, die den Unterschied machen.
Die gründliche Pflege
Zweimal im Jahr sorgt eine intensivere Pflege dafür, dass Leder genährt und erhalten bleibt. Aber auch hier bestimmt die Beschaffenheit des Materials die richtige Vorgehensweise.
Für vollnarbiges Anilinleder ist Zurückhaltung entscheidend. Verwenden Sie ein Tuch, das nur leicht mit lauwarmem Wasser befeuchtet ist, um die Oberfläche ohne Reiben zu reinigen. Anschließend tragen Sie eine spezielle, nährende Creme für Anilinleder auf ? lösungsmittelfrei, silikonfrei, pH-neutral. Bevorzugen Sie Produkte, die eindringen, ohne einen glänzenden Film zu hinterlassen. Ruhen lassen, dann mit einem trockenen, weichen Tuch polieren.
Für Semi-Anilinleder kann die gleiche Pflege mit etwas mehr Gelassenheit angewandt werden, da die leichte Schutzschicht das Risiko von Flecken verringert. Auch hier gilt: keine Übertreibungen.
Für pigmentiertes Leder ist eine gründlichere Reinigung möglich, mit einem feuchten Tuch und einer milden Lederseife. Das Nachpflegen ist optional oder kann mit einer Standardcreme für geschütztes Leder erfolgen. Achten Sie jedoch darauf, die Oberfläche nicht zu übersättigen: auch geschütztes Leder verdient Respekt.
Testen Sie in jedem Fall das Produkt zuerst an einer unauffälligen Stelle. Und denken Sie daran: zu viel Pflege kann manchmal genauso schaden wie gar keine.
Patina und Authentizität
Eine Spur, eine Falte, ein dunklerer Farbton? Auf vollnarbigem Leder sind dies keine Mängel, sondern Lebenszeichen. Sie zeugen von Zeit, Gebrauch und der Beziehung, die Sie zu Ihrem Möbelstück aufbauen.
Ungepflegtes Leder altert; gepflegtes Leder bereichert sich.
Das ist die Schönheit des vollnarbigen Leders: es löscht nichts aus, es offenbart alles. Vorausgesetzt, es wird respektiert.

Weimar Stuhl-Leder
Leder bei pib: eine Philosophie der Nachhaltigkeit
Die Wahl des Leders ist nicht nur eine Frage des Stils. Sie spiegelt eine Art wider, Objekte zu gestalten: langlebig, ehrlich, fähig, die Jahre mit Würde zu überstehen.
Unsere Kollektionen aus vollnarbigem oder Semi-Anilinleder sind für das Leben gedacht, nicht nur zur Dekoration. Sie folgen einer schlichten, zeitlosen Ästhetik, bei der das Material für sich selbst spricht.
Vom patinierten Clubsessel bis zum Sofa mit zeitgenössischen Linien ? jedes Stück ist ein Dialog zwischen Komfort, Anspruch und Eleganz. Und jede Pflege wird zu einer Art, diese Beziehung zu ehren.
Fazit: zwischen Pflege und Weitergabe
Die Pflege Ihres Ledersessels oder Sofas ist keine Belastung. Es ist eine einfache, diskrete, fast rituelle Geste. Eine Art, das Material zu begleiten, seine Schönheit zu verlängern und seine Seele zu offenbaren.
Wenn Sie einige wesentliche Prinzipien beachten, ermöglichen Sie Ihrem Möbelstück, eine authentische Patina zu entwickeln und mit Charakter zu altern. Damit es Sie lange begleitet ? und vielleicht eines Tages andere Blicke, andere Leben.
Denn ein schönes Objekt gehört einem nicht, man gibt es weiter.